„Fürchtet euch nicht!“ (Lukas 2,11)

Foto: Anna Nygård, unsplash.com

– wie Corona der Adventszeit eine neue Bedeutung gibt

Längst haben wir begriffen, dass die Corona-Pandemie mehr verlangt als regelmäßigen Applaus. Längst haben wir begriffen, dass der Atem, den wir für die solidarische Bewältigung der Pandemie haben müssen, länger sein muss, als anfangs angenommen. Existenzängste, blanke Nerven, Sorgen um die Liebsten mit Blick auf das Weihnachtsfest einerseits und krude Perspektiven auf den Umgang mit dieser neuen Krankheit andererseits sind belastend und spiegeln nur einen Teil der Gefühle wider, die momentan unsere Gesellschaft prägen.

Dazu kommt, dass die grauen Herbsttage das nötige Vitamin D nicht liefern und der Herbstblues nicht wie gewohnt durch hell erleuchtete St. Martinszüge oder durch die Hoffnung auf die Lichter der Weihnachtsmärkte mit ihrer Geselligkeit gedämpft wird.

Während wir auf eine neue Normalität warten, wissen wir also spätestens seit Mitte November, dass die Zeiten alles andere als normal sind. Und doch scheint sich beim regelmäßigen abendlichen Spaziergang durch die Straßen etwas verändert zu haben. Womöglich noch früher als sonst schmücken Lichterketten und Weihnachtsbögen die Fenster der Häuser. Anstatt sich zu beschweren, dass (fast) schon wieder Weihnachten ist, scheinen viele sehnsüchtig darauf zu warten, die tristen Tage durch Kerzenschein und Lebkuchenduft aufzuhellen. Beim Spazierengehen fühlt es sich wie eine warme Umarmung an, die adventlichen Lichter im Dunkeln hell leuchten zu sehen und zu spüren, dass das Licht auch für die vorbeigehenden Passanten strahlt.

Was bedeutet diese Sehnsucht nach der Geborgenheit des Advents für uns als Christinnen?  Leuchtet uns im vorweihnachtlichen Lichterglanz eine neue Hoffnung auf? Wie weit stärkt und trägt diese Hoffnung? Und können wir diese Hoffnung, die ja in dem so aussagestarken biblischen Imperativ „Fürchtet Euch nicht“ (Lukas 2,11) mündet, auch weitergeben? Unter #frauenbundhilft haben wir im Frühjahr die vielen kleinen und größeren Hilfs- und Hoffnungsangebote des KDFB zusammengetragen: Der Advent bietet nun die Chance, #frauenbundhilft mit neuer Bedeutung zu füllen: Dankbar für das, was uns geschenkt ist, dankbar für das, was wir trotz aller Einschränkungen an „Fülle des Lebens“ haben, können wir uns orientieren an dem „Licht, das in der Finsternis leuchtet“ (Johannes 1,1).

Foto: Gareth Harper, unsplash.com

Im Folgenden wollen wir Impulse geben und Beispiele veröffentlichen, wie dieses Licht im KDFB durch Gesten der Solidarität, der Nächstenliebe in der Dunkelheit erstrahlen kann – und wir einander den Alltag erhellen.

Links & Anregungen zur Advents- und Weihnachtszeit:

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Auch in der Weihnachtszeit können Sie von unseren Autorinnen lesen – wie erleben sie die Adventszeit, das Weihnachtsfest in diesem Jahr? Zum #frauenbundblog

Die Advents- und Weihnachtszeit wird 2020 anders sein als in den vergangenen Jahren. Der KDFB-Landesverband hat eine Zusammenstellung zur Verfügung gestellt, in der Sie praktische Anregungen zur Gestaltung der Adventszeit im KDFB-Zweigverein finden können. Zum Artikel beim Landesverband

2. Samstag, 05.12.20 von 16-17 Uhr
Anmeldung: kerstin.bause@frauenbund.de
3. Sonntag, 13.12.20 von 17-18 Uhr
Anmeldung: seelen@kdfb-dv-koeln.de
4. Samstag, 19.12.20 von 16-17 Uhr
Anmeldung: kerstin.bause@frauenbund.de

Frau Röver-Barth und Frau Dr. Fornet Ponse werden jeweils eine heilige Frau, wie die Heilige Barbara und die Heilige Lucia, mit ihrer Legende und ihrer „Wahrheit“ kurz vorstellen. Dann hat jede von uns bei je eigenen Plätzchen und Kaffee die Möglichkeit, über ihre Situation in dieser besonderen Adventszeit zu sprechen. Es können auch kleine Texte oder Gedichte mitgebracht werden. So können wir einander und unsere Lebenssituationen besser kennenlernen.

Musikalisch werden wir hoffentlich durch Miriam Bender (Klarinette) und Claudia Döllmann (Harfe) unterstützt.

Jede*r Fünfte Mensch in Lateinamerika und in der Karibik lebt auf dem Land. Das bedeutet häufig auch, abgehängt und ausgeschlossen zu sein. Und jetzt auch noch Corona. Das Virus trifft mit der Landbevölkerung auf eine besonders verletzliche Gruppe. Mit der diesjährigen bundesweiten Weihnachtsaktion der katholischen Kirche „ÜberLeben auf dem Land“ macht Adveniat auf die Situation der Armen auf dem Land aufmerksam. Eröffnet wurde die Weihnachtsaktion am 1. Adventssonntag in Würzburg.  Zur Weihnachtsaktion

Auf der Austauschplattform „#MenschenNah – Wie können wir im Jahr 2020 Advent & Weihnachten feiern?“ können auch Sie sich beteiligen und Ihre eigenen Ideen teilen oder sich inspirieren lassen. Ein Padlet ist eine digitale Pinnwand. Sie finden dort bereits jetzt zahlreiche Ideen für die Adventszeit! Zur Pinnwand

Adventskalender

Foto: Kira auf der Heide, unsplash.com

Der Diözesanverband Augsburg postet jeden Tag auf Facebook einen keinen Impuls. Zur Facebook-Seite

Der Diözesanverband Passau bietet in diesem Jahr erstmals einen online-Adventskalender an, mit vielen kleinen Überraschungen, die Freude, Besinnlichkeit und Inspiration schenken. Ab dem 1. Dezember finden Sie diesen auf der facebook-Seite des Diözesanverband. Zur Facebook-Seite

Zahlreiche Promis erzählen in diesem Adventskalender ihre Lieblings-Weihnachtsgeschichten in kurzen Videos. Und Familien aus ganz Deutschland zeigen, was man im Advent für Weihnachten Basteln oder Backen kann. Der Adventskalender ist Teil der Adveniat-Kampagne „Teile dein Weihnachten“. Zu Adveniat

Dieser online-Adventskalender ist eine gemeinsame Aktion der evangelischen und katholischen Kirche in Baden-Württemberg. Ab dem 1. Dezember bis Heiligabend bekommen Sie in Form eines E-Mail-Newsletters täglich einen geistlichen Impuls zugesendet. Die Beiträge stammen abwechselnd von katholischen und evangelischen Autor*innen. www.advent-online.de

Dieser Adventskalender ist ein Projekt von evangelisch.de. Durch die Adventszeit führen Sie bekannte Texte, Personen, alttestamentliche Weissagen und auch weniger Bekanntes. Melden Sie sich einfach auf der Seite zum Newsletter an, um das aktuelle „Türchen“ täglich per E-Mail geschickt zu bekommen. www.adventskalender.evangelisch.de/

Die ESG und die KHG Aachen laden Sie zu ihrem Adventskalender ein: Täglich ab dem 1. Dezember bekommen Sie nach Anmeldung einen Text-, Musik- oder Bildimpuls auf ihr Smartphone gesendet. Zur Anmeldung

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche lädt Sie ein, sich mit dem Adventskalender durch den Advent begleiten zu lassen. Der Kalender startet mit dem ersten Advent am 29. November. Entsprechend der katholischen Leseordnung für den Advent wurde für jeden Tag eine Stelle aus der Bibel in gerechter Sprache ausgewählt. Diese werden von Texten aus 25 Jahren Wir sind Kirche begleitet. Zur Anmeldung

Auch bei facebook und Instagram werden Sie einige Adventskalender finden. Wir möchten Ihnen besonders die Profile von Agiamondo und dem Hildegardis-Verein empfehlen. Auch CWC, das Catholic Women‘s Council, wird einen Adventskalender teilen – und auch hier wird der KDFB vertreten sein.

Impuls zum 4. Advent „Entgegenkommend“ (zu Lk 1,39-45)

In dem Augenblick,
als ich deinen Gruß hörte,
hüpfte das Kind
vor Freude in meinem Leib.

Gottes Heil vollzieht sich
in menschlichen Beziehungen,
in sehnsüchtigen Aufbrüchen,
in freudigen Begegnungen,
bewegten Begrüßungen.

Schon im Mutterleib
weist Johannes
auf Jesus hin.
Elisabet, geisterfüllt, kann
den Freudensprung deuten.

Gottes Atem erfüllt die Menschen,
begeistert Mütter und Kinder.
Schöpferischer Geist
beflügelt ihre Aufbrüche,
ihre Worte und Visionen.

Begegnungen
voller Entgegenkommen
zeigen das neue Leben an,
das nun
zur Welt kommen wird.

Dorothee Sandherr-Klemp

1. Advent: Impuls „Antwort“ (zu Lk 1,39-45)

Aus heiterem Himmel
trifft Maria die Botschaft
ihrer Mutterschaft.

Nicht geplant und nicht erwartet;
erhofft – vielleicht für später.
Aber jetzt?

Und als ob es nicht genug wäre,
kündet der himmlische Bote
das Kind als Erfüllung
prophetischer Verheißung an!

Er wird Sohn des Höchsten heißen,
Gott selbst ist sein Vater.
Seiner Herrschaft soll kein Ende sein,
sein Reich ist das Friedensreich.

Maria verachtet prophetisches Reden nicht:
Mir geschehe, wie du gesagt hast,
ich vertraue auf dich und deinen Plan.

Gott sieht den Weg vor –
aber er bittet um unser Mitgehen.
Er erbittet vertrauende Antwort

– auch von uns!

Dorothee Sandherr-Klemp

2. Advent: Impuls „Wenn möglich, bitte wenden“ (zu Mt 3,1-12)

Wenn möglich, bitten wenden
Die Stimme aus dem Navi:
manchmal nervend,
häufig hilfreich,
oft auch ungelegen.

Wenn möglich, bitte wenden.
Wenn selbst beim Geradeausfahren
Korrekturen nötig sind –
um wieviel mehr auf unserem –
oft verschlungenen – Lebensweg?

Wenn möglich, bitte wenden.
Was aber, wenn wir uns
nicht nur verfahren,
sondern festgefahren haben
– und das im Dunkeln!

Wenn möglich, bitte wenden.
Umkehr ist nichts Peinliches.
Umkehr ist nichts Trauriges.
Umkehr braucht Klarheit
und Kraft zum Aufbruch –

ins Licht und ins Leben!

Dorothee Sandherr-Klemp

3. Advent: Impuls „Gaudete – Freut euch im Herrn!“ (zu Jes 35,1-61.10)

„Die Wüste und das trockene Land

sollen sich freuen,

die Steppe soll jubeln und blühen.“

Eine Verheißung für alle,

die entrechtet, bekümmert, verkümmert –

und deren Hoffnungen verdorrt sind:

Gottes Wille zur Gerechtigkeit,

in Jesu Worten „Gottes Herrschaft“,

wird sich letztlich durchsetzen!

Gottes Nahen verändert die Welt.

Plötzlich ist Wüste nicht mehr Wüste,

und in der Ödnis gibt es einen Weg.

„Habt Mut, fürchtet euch nicht!“

Macht euch auf den Weg,

denn eure Fesseln werden gelöst.

Sie fallen, die Fesseln der Ausgrenzung,

der Abwertung, der Armut.

Sie fallen, die Fesseln der Krankheit,

der Bedrückung, der Lähmung.

Sie werden fallen, auch unsere Fesseln:

Wir können ihm entgegengehen.

Dorothee Sandherr-Klemp

#frauenbundhilft – KDFB Aktionen

Der Blog greift die Frage auf: „Was bewegt Frauen in dieser besonderen Krisenzeit?“. Durch eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten sowie persönliche Begegnungen gestalten sich privates, gesellschaftliches und kirchliches Leben schwierig. Wir stehen vor neuen Herausforderungen in der Kommunikation, der Alltagsbewältigung, dem Umgang mit Nähe und Distanz, mit Verboten, Zukunftsängsten und der Hoffnung, gesund durch die Krise zu kommen. Auf #frauenbundblog geben KDFB-Frauen regelmäßig Einblicke in ihre persönliche Situation in Zeiten von Corona und teilen Erlebnisse, Gedanken, offene Fragen, Impulse mitteilen. www.frauenbundblog.de

Unsere Mitgliederzeitschrift hat einige spannende Artikel online – stöbern Sie einfach drauf los:

http://www.engagiert.de/nc/startseite/

Zurzeit gibt es bereits mehrere Nähanleitungen im Internet zum Nähen von Mundbedeckungen. Hier ein schönes Beispiel vom Label EiNZIGWARE – einem bundesweiten Beschäftigungsprojekt der Caritas für Langzeitarbeitslose. Bitte beachten Sie, dass diese Masken keinen wirksamen Schutz gegen Corona-Viren darstellen.

Nähanleitung Label EINZIGWARE

Aus Vorhangmustern wurden Mundbedeckungen genäht, welche an die Augsburger Bahnhofsmission gespendet wurden.

Schenk dein Lächeln! …. allen, die den Laden am Laufen halten. Unter diesem Motto startet der Katholische Deutsche Frauenbund Landesverband Bayern eine Aktion in Zeiten von Corona und Social Distancing. Den Sticker erhalten Sie hier. In den sozialen Medien unter dem Hashtag #frauenbundhilft zeigen die Mitglieder des Frauenbundes, dass sie auch in Krisenzeiten dort sind, wo Hilfe benötigt wird, sei es im Rahmen von Lieferdiensten oder beim Nähen von Gesichtsmasken.

Jeden Monat stellt eine Geistliche Beirätin aus dem Verband einen spirituellen Impuls zur Verfügung. Aufgrund der aktuellen Situation stellen wir zurzeit vermehrt Impulse online – schauen Sie vorbei:

https://www.frauenbund.de/spiritueller-impuls-des-monats/

Djurdjica Boskovic, Foto: Unsplash.com

Links & Anregungen:

Markus Spiske, Foto: unsplash.com

Wenn Sie gesund und fit sind, können Sie Blut spenden. Es werden dringend Blutspenden benötigt, damit die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können! Auch wenn in der weiteren dynamischen Entwicklung um den Coronavirus in den Kliniken elektive (geplante Operationen) Eingriffe verschoben werden sollten, werden Blutpräparate zur Versorgung der Patienten in akuten Notsituationen und chronisch Kranker weiterhin dringend benötigt.

https://www.drk-blutspende.de/infos-blutspende-coronavirus.php

Auch der Faire Handel ist von der Corona-Krise betroffen. Kleinbauern und -produzenten kämpfen mit dramatischen Umsatzeinbußen. Mit der Aktion #fairsorgung sollen die schlimmsten Auswirkungen abgemildert werden. Mehr unter www.aktion-fairsorgung.de

Digitales Gemeindeleben, Gottesdienste und weitere Links

  • Stundenbuch
    • Stundengebet, Psalmen- und andere Texte von morgens bis abends
  • App2Heaven
    • Gebetsanliegen, Glaubenserfahrungen, Taten, Tagesrückblick,..
  • XRCS
    • Achtsamkeit und Spiritualität im Alltag
  • Beten
    • Grund- und andere Gebete
  • Herder Bibelquiz
    • spielerisch
  • Die große Herder Kinderbibel
    • Erzählt von P. Anselm Grün
  • Einfach leben
    • Spirituelle Impulse von P. Anselm Grün
  • 7minds
    • Meditation (kostenpflichtig)
  • Evangelizo
    • Tägliche Bibeltexte, Gebete

Ben White, Foto: unsplash.com

Halten Sie Kontakt:

Schmerzlich ist für viele, dass soziale Kontakte weitestgehend reduziert werden sollen. Es ist nicht nur der Verzicht auf gemeinsame Theaterbesuche, auf Gottesdienste, auf Treffen im KDFB, auf Sportgruppen, auf Feste oder Reisen. Es betrifft auch den Kontakt zwischen den Generationen, wenn wir betagte Angehörige nicht besuchen oder Großeltern über Wochen hin ihre Enkelkinder nicht mehr treffen sollen.

Colin Behrens, Pixabay

Timothy Muza, Foto: unsplash.com

Hier sind unsere Kreativität und unsere Frauenbund-Solidarität gefragt:

  • Wir können Kontakte über Telefon, E-Mail oder soziale Medien halten – auch mit älteren Menschen (siehe den Artikel „Liebe Oma, wir bleiben in Kontakt“ in Engagiert 12/2018 http://www.engagiert.de/engagiert-archiv/detailseite/article/liebe-oma-wir-bleiben-in-kontakt/).
  • Wir können Einkäufe und Besorgungen für besonders Gefährdete übernehmen.
  • Wir können zeigen, dass wir an eine Frauenbundfrau, einen Nachbarn, eine Freundin … denken (z.B. ein Blümchen vor die Türe stellen, eine Grußkarte schicken …).
  • Wir können gemeinsam beten – wie wäre es mit einem Gebet, das alle Frauenbundfrauen eines Zweigvereins zu vorher vereinbarten Zeiten beten?
  • Wir können uns gegenseitig bei der Betreuung einzelner Kinder unterstützen.

Welche Ideen haben Sie noch vor Ort? Teilen Sie uns gerne Ihre Ideen mit: bundesverband@frauenbund.de

Gebete, Impulse und Gedanken

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fotografierende

Foto: unsplash.com

Ernstfall – Gebet in Zeiten von Corona

Ist genug im Haus
und alles bedacht?
Was wird morgen sein?
Haben wir gut vorgesorgt
für den Ernstfall?

Gott der Güte,
öffne uns die Augen für den Ernstfall:
in Zeiten eigener Sorge,
die Sorge um die Nächsten
nicht zu vergessen!

Hilf uns,
verbunden zu bleiben:
die Starken mit den Schwachen,
die Jungen mit den Alten,
die Gesunden mit den Kranken.

Hilf uns,
solidarisch zu leben,
umsichtig zu entscheiden,
aus der Hoffnung zu handeln
und neue Wege zu gehen!

Du hast uns gerufen.
Wir können es wissen.
Wir werden handeln.
Du
heißt uns hoffen.

Dorothee Sandherr-Klemp

Gebet Ernstfall DSK

Gebet Ernstfall DSK

Impulstext „…dann hilft dir Gott“ (zu Joh 13,31-33a.34-35)

Hilf dir selbst,
dann hilft dir Gott.
Ein neues Gebot
gebe ich euch:

Wir können
nicht allen helfen.
Liebet einander.

Das Boot ist voll.
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.

Mir hat auch keiner geholfen.
Daran werden alle erkennen,
dass ihr meine Jünger seid:

Da könnte ja jeder kommen,
wenn ihr einander liebt.

 
Dorothee Sandherr-Klemp

Impulstext „Sicherheitsabstand“ (zu Lk 17,11-19)

Eine Gruppe Aussätziger unterwegs:
Aussatz isoliert,
Aussatz lähmt,
Aussatz hält gefangen.

Jesus – der Heiland – ist in Sichtweite,
aber nicht zum Greifen nah!
Der vorgeschriebene Sicherheitsabstand
hemmt hart ihren Schritt.

Doch die Kranken
lassen sich nicht lähmen,
nicht stillstellen:
Sie schicken ihre Stimmen voraus!

Und Jesus lässt sich bewegen:
von ihrer Reglosigkeit
wie von ihrer Regung,
ihrem flehentlichen Ruf.

Er schickt sie alle auf den Weg der Heilung.
Im Gehen werden sie rein.
Einer erkennt Gottes Handschrift,
er begreift: Jesus ist Gottes rechte Hand:

Rettende Hand,
die meine
matte Hand
ergreift.

Dorothee Sandherr-Klemp

Corona-Verhärtungen

Freunde aus Italien schrieben letzte Woche: „Im Supermarkt die übliche Feelgood-Musik, aber die Menschen beäugen sich misstrauisch, kein Lächeln, kein Buon giorno, wie sonst üblich. Gespenstisch!“

­ Aber auch hierzulande können wir fassungslos leergekaufte Regale sehen, in denen einmal reichlich Mehl, Nudeln, Reis, getrocknete Hülsenfrüchte, Toilettenpapier und anderes mehr lagen. Und aus Kliniken „verschwanden“ größere Mengen von Desinfektionsmitteln: Ist sich in den Augenblicken eines gefühlten, eines erwarteten Mangels jeder selbst der Nächste – my home is my castle: Entsolidarisierung der Gesellschaft? Kann es so schnell gehen?

Corona-Umarmungen

Zum Glück hören wir auch von Gegenbewegungen: von den „Verabredungen“ zum Musizieren und Singen an den Fenstern und auf den Balkonen in vielen italienischen Städten um 18 Uhr, wir hören aber auch von der ersten „Umarmung“ des Tages, die es jetzt, ebenfalls in Italien, täglich zur Mittagszeit gibt: Diese Umarmung ist ein lauter, kollektiver Applaus aus offenen Fenstern, von Balkonen und geöffneten Türen für die Pflegekräfte, für Ärztinnen und Ärzte, für all das, was in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen und anderswo tagtäglich und nachtnächtlich geleistet wird. ­ Und in Italien erscheinen immer mehr Regenbögen, zuerst als Aufkleber in Mailand: Es wird wieder gut, mag die Botschaft der ersten farbigen Bögen der Hoffnung gewesen sein, die seitdem, häufig selbst gemalt, an immer mehr Fenstern von Privathäusern, an den Eingängen der Supermärkte und an Haustüren in vielen italienischen Städten zu entdecken sind. Menschen spenden einander Trost und Mut, sie danken denjenigen, die sich einsetzen und somit aussetzen, sie verbinden sich miteinander in der Musik und in der Lebensfreude, vor allem aber führen die „Umarmungen“ aus der Vereinzelung in die Gemeinschaft zurück! ­ Unsere liebevollen, aber durchaus nüchternen Freunde schrieben uns: „Das erste (Lied) vor ein paar Tagen war „abbracia me“ (umarme mich), uns sind die Tränen gekommen, als wir es gehört haben“ …

Dorothee Sandherr-Klemp

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Eva Begon
2020-12-21T12:29:27+01:00
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