Glaube – Wir bewegen Gesellschaft

Aktionsimpulse

Impuls: Smartphone App „Mein Weg, meine Zeit“

Friedensgebet des KDFB

Barmherziger Gott, unser ganzes Leben ist Dir vertraut. Du kennst die Konfliktherde und Hoffnungsorte in unserem Alltag und in der Welt. Leben und Glück, Freud und Leid der Menschen sind Dir nicht gleichgültig.

Wir Frauen tragen in dieser Stunde unsere Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung vor Dich:

Wir vertrauen darauf, dass Du, Gott, in jedem Menschen wohnst, weil Du Vater und Mutter aller bist. Wir setzen uns dafür ein, dass Gerechtigkeit und Fürsorge die Entscheidung in unserem Leben bestimmen. Lass in uns Toleranz und Achtung voreinander wachsen. Nur so kann der Traum von einer Menschheitsfamilie Wirklichkeit werden.

Wir glauben daran, dass Jesus uns auf unseren Wegen zum Frieden begleitet. Wir bemühen uns, das Leid in der Welt zu sehen und zu lindern. Gib uns Mut, Kraft und Weisheit, Orte der Zuflucht zu schaffen für alle, die miteinander leben. Nur so kann Versöhnung geschehen.

Wir hoffen darauf, dass Gottes Geisteskraft uns mit Leben erfüllt. Wir wollen ihr Wirken in uns spüren und uns bewegen lassen. Führe uns Wege, die wir aus eigener Kraft nie zu gehen wagen, und lass uns Türen aufstoßen, die verschlossen scheinen. Nur so beginnt Frieden. Wir sind als Einzelne und als Frauenbund mit unseren Begabungen und Fähigkeiten gerufen. Wir Frauen tragen mit all unserer Kraft bei, Spuren des Friedens sichtbar zu machen. Wir vertrauen der Kraft Deiner Verheißung und halten uns an Dein Wort, wenn wir mutig Schritte des Friedens wagen.

Gott des Friedens und der Versöhnung, Dich preisen wir in alle Ewigkeit. Amen.

Engagement und Gebet

Ich schöpfe Kraft, wenn ich allein oder mit anderen meinen Glauben vertiefe. Beim KDFB finde ich dafür vielfältige spirituelle Angebote. Das reicht von Pilgern und Wallfahrten über meditativen Tanz, bis hin zu intensiven Frauengottesdiensten, die wir gemeinsam feiern. So kann ich meinen Glauben lebendig erfahren.

sollen Christinnen und Christen sein, wie Jesus in seiner berühmten Bergpredigt gesagt hat. Darum verstehen sich Frauen im KDFB seit der Gründung des Verbandes als Christinnen, die gerufen sind, Welt und Kirche mitzugestalten. Dieses Bewusstsein setzen wir in Engagement um und wir feiern es in unseren Gottesdiensten.

Der Einsatz und das Gebet für den Frieden sind für den Frauenbund seit der Gründung des Verbandes wichtig. Das wird besonders in der Frauenfriedenskirche in Frankfurt sichtbar. KDFB-Präsidentin Hedwig Dransfeld gab 1916 den Anstoß, ein Mahnmal für den Frieden zu errichten. In einem kaum vorstellbaren Kraftakt haben Frauen diesen modernen Kirchenbau errichtet, der 1929 geweiht wurde.

An diesem und anderen Orten beten KDFB-Frauen um Frieden und zugleich engagieren sie sich für eine gerechte, friedliche Welt. Gebet und Engagement gehört zusammen!

Im Frauenbund teilen Frauen miteinander, was sie im Glauben bewegt. Das reicht von geistlichen Impulsen auf Websites, per App oder bei Arbeitstreffen über Wallfahrten und gemeinsames Pilgern bis hin zu preisgekrönten Predigten. Auch Bücher und Broschüren mit Gebeten, die Frauen verfasst haben, gibt der KDFB heraus.

Wenn Frauen im kleinen oder großen Rahmen über ihren Glauben sprechen, haben sie ein großes biblisches Vorbild in der Heiligen Maria Magdalena: Sie verkündete als erste die Auferstehung Jesu. Ihr Beispiel fordert jede Einzelne heraus und ermutigt sie, selbst zu verkünden, was sie mit dem lebendigen Gott erlebt.

www.maria-von-magdala.de

Weiterführende Links

Verwurzelt im Glauben und offen!

Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin
des Katholischen Deutschen Frauenbundes
Foto: privat

Dorothee Sandherr-Klemp ist die Geistliche Beirätin des KDFB-Bundesverbandes. Es begeistert sie, dass der Glaube im Frauenbund so lebendig gefeiert wird.

Die Bindung an die katholische Kirche bröckelt. Ist das beim Frauenbund auch so?

Wir Frauen des Frauenbundes sind sehr bewusste „Remainers“! Wir wollen bleiben. Wir bilden Kirche, wir machen sie sichtbar, erfahrbar, erlebbar: Die Zukunft von Glauben ist uns nicht gleichgültig. Aber gerade weil uns der Glaube wichtig ist, brauchen wir kritisches Urteilsvermögen im Blick auf die verfasste Kirche: Massiver Machtmissbrauch durchzieht die Geschichte der Kirche bis in unsere Gegenwart hinein.

Und falsch verstandene Loyalität hat fatale Auswirkungen, das wissen wir alle. Auch deshalb dürfen wir uns das Wahrnehmen, Urteilen und Handeln nicht abnehmen lassen! Wir wollen bleiben, aber nicht in der Enge einer Sekte, sondern in der Freiheit des Glaubens.

Wie erleben Sie den gemeinsam gelebten Glauben im Frauenbund?

Als etwas Vitales – und bemerkenswert Vielfältiges! Der christliche Glaube ist ein starker Untergrund! Ich erlebe den Frauenbund auf all seinen Ebenen als tief verwurzelt im Christlichen: gefestigt in guten Traditionen, lebendig in mutigen Aktualisierungen; in Gottesdiensten, in politischen Aktionen, in Festen, in einer Kultur der Wertschätzung, im gesellschafts- und kirchenpolitischen Diskurs, in Wanderungen, Wallfahrten, Wohlfühl-Tagen, im Einsatz für Geflüchtete, in liturgischen Fortbildungen, im ökumenischen Miteinander, in einer fairen Diskussionskultur und einer Kultur der Freundschaft, der Fürsorge: in jeder einzelnen Frau!

Und was berührt Sie persönlich besonders?

Exemplarisch kann ich den Friedensgruß nennen oder auch den Segen von Gott her, den wir einander in den Frauenbundgottesdiensten zusagen. Hierin finde ich alles verdichtet: Geborgenheit und tiefe Verankerung im Glauben, das bestärkende Wissen um die Befähigung, ja Berufung, einander als Getaufte und Gefirmte und in Christus Erlöste den Frieden Gottes zu bringen und den Segen Gottes füreinander zu erbitten.

Mich berühren auch die mutigen inneren Wege, die Frauenbundfrauen zurücklegen! Auf der letzten Bundesdelegiertenversammlung im Oktober 2018 in Bonn forderten die Delegierten einstimmig die Öffnung aller Weiheämter für alle Getauften und Gefirmten. Den meisten dieser Frauen ist eine solche Position nicht in die Wiege gelegt worden: Im Frauenbund können wir uns gegenseitig im geistig- geistlichen Wachstum unterstützen. Die Liebe zur Kirche und die Treue zur biblischen Botschaft kann sich in genau solchen Entwicklungsschritten zeigen: Bewegung, nicht Erstarrung!

Vision – wo soll es hingehen:

Was kann der Frauenbund tun, um Glaubensleben lebendig zu erhalten?

Wer erhalten will, muss Veränderungen zulassen, sonst ist der Glaube bald nur noch leere Hülse. Wenn Gott den Menschen die Gotteskindschaft und somit die gleiche Würde geschenkt hat, wenn wir die heilende Zuwendung Gottes zur Welt, zu den Kleinen und Geknechteten, den Bedrängten und Beladenen ernstnehmen, wenn wir wollen, dass sich nicht immer und immer wieder das Faustrecht, das Recht der Mächtigen in dieser Welt durchsetzt, dann kann nicht alles beim Alten bleiben!

Dazu müssen wir kreativ sein – und wir sind es schon! Wir bewegen uns! Unser Markenkern ist nicht Kaffeekochen – nichts gegen eine schöne Tasse Kaffee… – , sondern die schöpferische, immer neu gesuchte Einheit von Glauben und Leben, von Glaubensüberzeugungen und politisch-gesellschaftlichem Handeln. Schaue ich in die KDFB-Programme auf allen Ebenen, dann finde ich dort eine in der Tiefe geeinte Vielfalt, die mich beeindruckt, dann sehe ich Leben, Aufbruch, Offenheit, Gemeinschaft, Gestaltungswillen. Das gilt auch für die Gottesdienste und Liturgien: Wir sind nicht Christinnen für uns allein. Unser Auftrag ist es, uns zu bewegen, in die Welt hinein zu gehen, vielleicht auch anzuecken und sich gegebenenfalls eine Beule zu holen. Gegenseitige Beweihräucherung ist nicht erste Christenpflicht, sondern die Bewegung hin zu Gott und dem Nächsten – und die Gestaltung von Welt aus dem alles verändernden Geist, dem Anhauch Gottes, der lebendig macht.

Die Themen:

2019-05-08T12:09:19+02:00