Prof.in Dr. Ulrike Gerdiken:

Vor acht Wochen begann bei uns in Deutschland die Zeit der Coronaeinschränkungen. Heute morgen habe ich einmal versucht, all die Gedanken und Gefühle, die mich seit dieser Zeit begleiten, zu ordnen. Das Ergebnis sieht aus wie im Beitragsbild:

Es fällt mir immer noch schwer zu fassen, was da in der letzten Zeit auf uns eingestürmt ist. Zu schnell sind die Veränderungen, zu unklar und im wahrsten Sinne unfassbar die Entwicklungen – der Krankheit und der Gesellschaft. Ich frage mich, wie wir die Unsicherheit, die Polarisierung, das Chaos wieder in den Griff bekommen. Gleichzeitig erlebe ich, wie diese Krise auch gute Dinge bewirkt: Durch unser abendliches Nachbarschaftssingen sind neue Kontakte entstanden. Der Kontakt zu Freundinnen ist, obwohl oder vielleicht gerade, weil wir uns nicht persönlich treffen können, intensiver geworden. An meiner Hochschule konnten wir dank Corona notwendige Schritte in der Digitalisierung gehen. Es gibt also auch Grund, zuversichtlich zu sein. Daran versuche ich mich immer wieder zu erinnern und daraus Mut zu schöpfen. Denn schließlich galt auch schon vor Corona als Antwort auf die Frage von Herbert Grönemeyer: Ja, die Zukunft bleibt anders. Und wir können sie mitgestalten.