Impuls: #frauenbundhilft

Gedanken in Zeiten des Corona-Virus

In einer Zeit, in der mit gutem Grund fast alle sozialen Begegnungen eingestellt werden (müssen), ist es gar nicht so leicht, den/die anderen im Blick zu behalten. Erst einmal gilt die verständliche Sorge dem eigenen Hausstand, der eigenen Versorgung: Sind wir ausreichend vorbereitet, haben wir alles im Haus? Vielleicht fragen wir uns auch, ob die alten Eltern gerüstet sind für eine möglicherweise längere Zeit in „Corontäne“.

Als Frauenbundfrauen stehen wir in einer langen Tradition der kreativen und verlässlichen Frauensolidarität. Wie diese Solidarität aussehen könnte, wissen am besten Sie, die Frauen vor Ort. Vielleicht braucht es ein Solidaritätstelefon für diejenigen, die alt, krank oder von COVID-19 betroffen sind? Vielleicht ist eine WhatsApp-Gruppe für alle, die mobil sind und helfen wollen, das richtige Medium? ­ Wenn ich ohnehin einkaufe, kann ich dann nicht auch noch Familie X etwas vor die Haustür stellen? Wenn ich meinen Hund spazieren führe, … Einige erste Ideen finden Sie hier:

 

Digitales Gemeindeleben, Gottesdienste und weitere Links

  • Stundenbuch
    • Stundengebet, Psalmen- und andere Texte von morgens bis abends
  • App2Heaven
    • Gebetsanliegen, Glaubenserfahrungen, Taten, Tagesrückblick,..
  • XRCS
    • Achtsamkeit und Spiritualität im Alltag
  • Beten
    • Grund- und andere Gebete
  • Herder Bibelquiz
    • spielerisch
  • Die große Herder Kinderbibel
    • Erzählt von P. Anselm Grün
  • Einfach leben
    • Spirituelle Impulse von P. Anselm Grün
  • 7minds
    • Meditation (kostenpflichtig)
  • Evangelizo
    • Tägliche Bibeltexte, Gebete

Ben White, Foto: unsplash.com

Weitere nützliche Links:

Markus Spiske, Foto: unsplash.com

Halten Sie Kontakt:

Schmerzlich ist für viele, dass soziale Kontakte weitestgehend reduziert werden sollen. Es ist nicht nur der Verzicht auf gemeinsame Theaterbesuche, auf Gottesdienste, auf Treffen im KDFB, auf Sportgruppen, auf Feste oder Reisen. Es betrifft auch den Kontakt zwischen den Generationen, wenn wir betagte Angehörige nicht besuchen oder Großeltern über Wochen hin ihre Enkelkinder nicht mehr treffen sollen.

Colin Behrens, Pixabay

Timothy Muza, Foto: unsplash.com

Hier sind unsere Kreativität und unsere Frauenbund-Solidarität gefragt:

  • Wir können Kontakte über Telefon, E-Mail oder soziale Medien halten – auch mit älteren Menschen (siehe den Artikel „Liebe Oma, wir bleiben in Kontakt“ in Engagiert 12/2018 http://www.engagiert.de/engagiert-archiv/detailseite/article/liebe-oma-wir-bleiben-in-kontakt/).
  • Wir können Einkäufe und Besorgungen für besonders Gefährdete übernehmen.
  • Wir können zeigen, dass wir an eine Frauenbundfrau, einen Nachbarn, eine Freundin … denken (z.B. ein Blümchen vor die Türe stellen, eine Grußkarte schicken …).
  • Wir können gemeinsam beten – wie wäre es mit einem Gebet, das alle Frauenbundfrauen eines Zweigvereins zu vorher vereinbarten Zeiten beten?
  • Wir können uns gegenseitig bei der Betreuung einzelner Kinder unterstützen.

Welche Ideen haben Sie noch vor Ort? Teilen Sie uns gerne Ihre Ideen mit: bundesverband@frauenbund.de

Ernstfall

Gebet in Zeiten von Corona

Ist genug im Haus
und alles bedacht?
Was wird morgen sein?
Haben wir gut vorgesorgt
für den Ernstfall?

Gott der Güte,
öffne uns die Augen für den Ernstfall:
in Zeiten eigener Sorge,
die Sorge um die Nächsten
nicht zu vergessen!

Hilf uns,
verbunden zu bleiben:
die Starken mit den Schwachen,
die Jungen mit den Alten,
die Gesunden mit den Kranken.

Hilf uns,
solidarisch zu leben,
umsichtig zu entscheiden,
aus der Hoffnung zu handeln
und neue Wege zu gehen!

Du hast uns gerufen.
Wir können es wissen.
Wir werden handeln.
Du
heißt uns hoffen.

Dorothee Sandherr-Klemp

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fotografierende

Foto: unsplash.com

Gebet Ernstfall DSK
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Aaron Burden

Foto: unsplash.com

Impulstext

„…dann hilft dir Gott“

(zu Joh 13,31-33a.34-35)

Hilf dir selbst,
dann hilft dir Gott.
Ein neues Gebot
gebe ich euch:

Wir können
nicht allen helfen.
Liebet einander.

Das Boot ist voll.
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.

Mir hat auch keiner geholfen.
Daran werden alle erkennen,
dass ihr meine Jünger seid:

Da könnte ja jeder kommen,
wenn ihr einander liebt.

 
Dorothee Sandherr-Klemp

Impulstext

„Sicherheitsabstand“

(zu Lk 17,11-19)

Eine Gruppe Aussätziger unterwegs:
Aussatz isoliert,
Aussatz lähmt,
Aussatz hält gefangen.

Jesus – der Heiland – ist in Sichtweite,
aber nicht zum Greifen nah!
Der vorgeschriebene Sicherheitsabstand
hemmt hart ihren Schritt.

Doch die Kranken
lassen sich nicht lähmen,
nicht stillstellen:
Sie schicken ihre Stimmen voraus!

Und Jesus lässt sich bewegen:
von ihrer Reglosigkeit
wie von ihrer Regung,
ihrem flehentlichen Ruf.

Er schickt sie alle auf den Weg der Heilung.
Im Gehen werden sie rein.
Einer erkennt Gottes Handschrift,
er begreift: Jesus ist Gottes rechte Hand:

Rettende Hand,
die meine
matte Hand
ergreift.

Dorothee Sandherr-Klemp

Corona-Gedanken

Corona – Verhärtungen

Freunde aus Italien schrieben letzte Woche: „Im Supermarkt die übliche Feelgood-Musik, aber die Menschen beäugen sich misstrauisch, kein Lächeln, kein Buon giorno, wie sonst üblich. Gespenstisch!“

­ Aber auch hierzulande können wir fassungslos leergekaufte Regale sehen, in denen einmal reichlich Mehl, Nudeln, Reis, getrocknete Hülsenfrüchte, Toilettenpapier und anderes mehr lagen. Und aus Kliniken „verschwanden“ größere Mengen von Desinfektionsmitteln: Ist sich in den Augenblicken eines gefühlten, eines erwarteten Mangels jeder selbst der Nächste – my home is my castle: Entsolidarisierung der Gesellschaft? Kann es so schnell gehen?

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Alex Jackman

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Corona – Umarmungen

Zum Glück hören wir auch von Gegenbewegungen: von den „Verabredungen“ zum Musizieren und Singen an den Fenstern und auf den Balkonen in vielen italienischen Städten um 18 Uhr, wir hören aber auch von der ersten „Umarmung“ des Tages, die es jetzt, ebenfalls in Italien, täglich zur Mittagszeit gibt: Diese Umarmung ist ein lauter, kollektiver Applaus aus offenen Fenstern, von Balkonen und geöffneten Türen für die Pflegekräfte, für Ärztinnen und Ärzte, für all das, was in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen und anderswo tagtäglich und nachtnächtlich geleistet wird. ­ Und in Italien erscheinen immer mehr Regenbögen, zuerst als Aufkleber in Mailand: Es wird wieder gut, mag die Botschaft der ersten farbigen Bögen der Hoffnung gewesen sein, die seitdem, häufig selbst gemalt, an immer mehr Fenstern von Privathäusern, an den Eingängen der Supermärkte und an Haustüren in vielen italienischen Städten zu entdecken sind. Menschen spenden einander Trost und Mut, sie danken denjenigen, die sich einsetzen und somit aussetzen, sie verbinden sich miteinander in der Musik und in der Lebensfreude, vor allem aber führen die „Umarmungen“ aus der Vereinzelung in die Gemeinschaft zurück! ­ Unsere liebevollen, aber durchaus nüchternen Freunde schrieben uns: „Das erste (Lied) vor ein paar Tagen war „abbracia me“ (umarme mich), uns sind die Tränen gekommen, als wir es gehört haben“ …

Dorothee Sandherr-Klemp

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2020-04-02T16:56:06+02:00